Läuferinnen und Läufer greifen immer häufiger zu Kompressionssocken. Doch wie tragen sie sich? Und vor allem: Was bringen sie wirklich?

 

#Druck auf die Venen

Ein Großteil der Menschen kennt Kompressionsstrümpfe nur als vorbeugende Maßnahme im Falle einer Thrombosegefahr. Doch auch immer mehr Läuferinnen und Läufer tragen Kompressionsstrümpfe. Wozu?

Um das zu erklären, muss man etwas weiter ausholen. Normalerweise werden Blut und Flüssigkeitsablagerungen, so beispielsweise Wasser, über das Lymphsystem des menschlichen Körpers abtransportiert. Ist er dazu nicht mehr selbstständig imstande, kommt es früher oder später zu Beinen mit Wasseransammlungen.

Der Druck, den Kompressionsstrümpfe auf die Venen des Menschen ausüben, unterstützen den Rückfluss des Blutes. So wird ein Anschwellen der Beine verhindert. Außerdem können Sauerstoff und Nährstoffe besser transportiert werden.

Laufstrümpfe mit flächiger vs. partieller Kompression

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Kompressionsformen. Zum einen gibt es Laufstrümpfe mit flächiger Kompression. Sie üben einen konstanten Druck auf die Wade des Trägers aus, um so die Regenerationszeiten der Muskeln zu verkürzen.

Zum anderen gibt es Laufstrümpfe mit partieller Kompression. Sie komprimieren nur bestimmte Bereiche der Wade des Trägers. Der Schweiß wird dabei aber nicht komplett nach außen abgegeben, so dass der Körper die optimale Körpertemperatur besser halten kann.

Bestehen bleibt die Frage, ob Kompressionsstrümpfe für Läufer tatsächlich zur Leistungssteigerung beitragen. Dies wurde zwar bereits in einer Vielzahl von Studien untersucht. Dennoch sind sich die Experten nicht 100%ig sicher so kann nur vermutet werden, dass das Laufen mit Kompressionsstrümpfen eine Verbesserung der Ausdauerleistung mit sich bringt. … so die Aussagen der Experten.

Ich laufe seit knapp 6 Monaten mit Kompressionssocken und muss sagen, dass sie auf jeden Fall bei längeren Läufen hilfreich sind. Durch die Kompression werden die Beine nicht so schnell hart und ermüden dadurch auch erst später, wodurch ich längere Strecken bei gleichem Tempo laufen kann als mit normalen Laufsocken.

#Unterschätzter Ausrüstungsgegenstand zum Laufen

Trotz allem sei festgehalten: Viele Spitzenläuferinnen und Spitzenläufer tragen Kompressionssocken. Von allen Ausrüstungsgegenständen zum Laufen, die man braucht, ist die Socke – sei es in Form von Laufsocken oder Kompressionssocken – der am meisten unterschätzte. Viele Läuferinnen und Läufer sparen am falschen Ende – Stichwort: Blasen an den Füssen. Dabei entwickeln bereits viele verschiedene Unternehmen spezielle Funktionsstrümpfe für Läufer. Erweitert wird das Angebot der Hersteller durch die eigene Kategorie der Kompressionsstrümpfe.

Das Funktionsprinzip von Kompressionsstrümpfen ist grundsätzlich immer gleich. Die Strümpfe verfügen über einen langen Schaft wie ein Kniestrumpf. Enge, elastische Materialien üben einen leichten, konstanten Druck auf die Wade des Trägers aus. So entspannt sich die Muskulatur des Läufers.

Außerdem wird der venöse Rückstrom des Blutes zum Herzen verbessert. Die Arterien weiten sich, um mehr Blut und Sauerstoff zum Muskel zu transportieren. So weit die Theorie. Bei der Verwendung in der Praxis fällt zunächst auf, dass Kompressionsstrümpfe schwieriger anzuziehen sind als Laufsocken (Beim Anziehen unbedingt darauf achten, dass man nicht einfach am oberen Ende zieht, bis der Socken angezogen ist. Der Socken kann dann schnell reißen). Auch der erhöhte Druck auf die Wade ist ungewohnt. Doch das ist schnell vergessen, sobald man erst einmal läuft.

#Worauf es beim Kauf von Kompressionsstrümpfen ankommt

Bei Auswahl und Kauf gilt es, auf die Produktqualität des jeweiligen Herstellers zu achten. Die Modelle der Unternehmen CEP und Falke beispielsweise fallen etwas dünner aus als ein Großteil der Laufsocken. Dies sollte bei Wahl und/oder Anprobe der Laufschuhe berücksichtigt werden – andernfalls rutscht man mit den Strümpfen im Schuh.

Im Gegensatz zu anderen Strümpfen muss bei den Kompressionsstrümpfen nicht nur die Schuhgröße sondern auch der Wadenumfang gemessen werden. Die Strümpfe müssen richtig anpacken können und dürfen auf keinen Fall rutschen, denn dann ist keine Kompression möglich. Bei der Kompression gibt es zwischen den Herstellern auch Unterschiede. So ist die Kompression bei meinen CEP Strümpfen deutlich stärker als bei den Socken von Danish Endurance.

#Fazit

Eine Reihe von Untersuchungen bestätigt die theoretischen, positiven Effekte der Kompressionsstrümpfe in der (Lauf-)Praxis. Dennoch sind die meisten Untersuchungen aus der sogenannten Drittmittelforschung eher kritisch zu beurteilen. Dennoch: Zahlreiche Langstreckenläufer setzen auf das Hilfsmittel Kompressionsstrümpfe – so beispielsweise Irinia Mikitenko und das wahrscheinlich nicht grundlos.

Die Socken sehen vielleicht auf dem ersten Blick affig aus aber wie oben schon erwähnt, kann ich mit den Socken mit gleicher Geschwindigkeit längere Strecken laufen als mit normalen Socken. Zudem ist die Regeneration schneller… der Muskelkater in den Waden hält nicht so lange an und die Beine ermüden auch während eines Laufs nicht so schnell.

ABER: man sollte als Laufanfänger nicht den Fehler machen und Kompressionssocken kaufen und dann denken, dass man mal so eben 10k #ballern kann. Es gibt nichts peinlicheres als ausgerüstet wie ein Profi loszulaufen und nach 3km mit Seitenstiche aufhören zu müssen.

Also erst schön ein wenig den VO2max nach oben schrauben und Grundlagenausdauer aufbauen und dann als Belohnung mit Kompressionssocken upgraden.