In Büchern, Fernsehen und Zeitschriften kommt es immer wieder zu Diskussionen über den richtigen Laufstil. Immer wieder wird behauptet, man solle auf den Vorfußlauf als Laufstil zurückgreifen. Doch ist das so richtig?

Strecke, Untergrund und Geländeprofil

Tatsächlich werden die Themen Laufstil und Abrollverhalten mittlerweile vergleichsweise kontrovers diskutiert. Darüber kann man sich eigentlich nur wundern. Denn tatsächlich ist es so, dass es weder Herz noch Fettpolster interessiert, ob man über Ferse oder Vorfuß joggt und/oder walkt. Tatsächlich gilt: Je unökonomischer der Laufstil, desto mehr Kalorien verbraucht der menschliche Körper. So gesehen gibt es ihn nicht – den „richtigen“ Laufstil.

Es kommt immer auch auf Strecke, Untergrund und Geländeprofil an. Schmerzen und/oder andere Beschwerden können einen jedoch zur Änderung der Lauftechnik veranlassen. Im Falle von Beschwerden an den Achillessehnen sollte man beispielsweise sofort vom Vorfußlauf zum Fersenlauf wechseln.

Die Varianten unter den Lauftechniken

Der Vorfußlauf, auch bekannt unter dem Namen Ballenlauf, ist optisch leichter und eleganter als der Fersenlauf. Landepunkt und Abdruckpunkt sind ein und derselbe. Waden, Vorfuß und Achillessehnen werden also zweimal belastet. Der Ballenlauf beziehungsweise Vorfußlauf ist daher nicht der bessere Laufstil, sondern lediglich eine Variante unter den Lauftechniken. Je nach Tempo und Gelände ist er optimal für Sprint oder Berganlaufen.

Beim Lernen des Ballenlaufs sollte man darauf achten, schnelles Umstellen auf den Vorfußlauf zu vermeiden, weil dies Waden und Achillessehnen überlasten würde. Besser ist eine lange, ausgiebige Vorbereitung. Einsteiger, die möglicherweise sogar übergewichtig sind, sollten daher unbedingt auf die Lauftechnik des Fersenlaufs zurückgreifen.

Beim lockeren, klassischen Dauerlauf beziehungsweise Fersenlauf rollt der Laufende über die Gänze des Fußes ab. Er eignet sich daher vor allem für längere Strecken. Beim Abrollen kommt es leider hin und wieder zu einer Kippbewegung, auch bekannt als Überpronation oder Knickfuß, die die Gelenke der Läuferin oder des Läufers belasten kann. Sie lässt sich durch den richtigen Anti-Überpronations-Schuh aus dem Fachhandel ausgleichen. Der Rückfußlauf beziehungsweise Fersenlauf mag den passiven Bewegungsapparat beim Laufen etwas stärker belasten – das stärkt jedoch dauerhaft den Knochenapparat des Laufenden.

Die Frage nach dem natürlichen Laufstil

Mitunter wird behauptet, der Ballenlauf sei der natürliche Laufstil. Das ist so jedoch nicht ganz richtig. Studien und Beobachtungen belegen, dass immer, wenn es gilt, eine Strecke mit einer gewissen Länge zurückzulegen, automatisch auf den Dauerlauf beziehungsweise Fersenlauf zurückgegriffen wird.

Wesentlich zutreffender: Der natürliche Laufstil des Menschen ist eine Kombination aus beiden Varianten! Die Wahl der Lauftechnik sollte daher von vielen verschiedenen Faktoren, darunter Strecke und Untergrund, abhängig gemacht werden. Beim Marathon in der Weltspitze läuft beispielsweise niemand auf dem Ballen.

Geht es darum, auf ökonomische Art und Weise Langstrecken zu laufen, ist der Dauerlauf beziehungsweise Fersenlauf zu empfehlen. Im Falle großer Kraftentfaltung empfiehlt sich dagegen der Vorfußlauf.

Kombination aller Lauftechniken

Die Lösung des Problems sollte ganz klar daraus bestehen, möglichst variabel zu laufen. Eine Kombination aller Lauftechniken stärkt Knochen und Muskeln. Auf einer hügeligen beziehungsweise unebenen Lauftstrecke wechselt man automatisch zwischen Fersenlauf und Vorfußlauf. Bergan läuft man eher auf dem Vorfuß.

Auf diese Art und Weise bieten sich nicht nur wirksame Trainingsreize – der Wechsel zwischen den Laufstilen birgt auch ein geringeres Verletzungsrisiko. Der Fersen- oder Rückfußlauf ist der typische Jogging- und Dauerlaufschritt. Er ist besonders ökonomisch – vor allem als Sprinter-, Berglauf- oder Mittelstreckenschritt. Auf Geröll oder Wurzelwegen ist er leider sehr unsicher. Ideal zum Rollen ist er auf Asphalt und Waldboden.

Der Ballen- oder Vorfußlauf besteht aus Landung und Abdruck mit dem Ballen. Er ist der typische Sprinter-, Berglauf- und Mittelstreckenschritt. Hier geht die orthopädische Belastung insbesondere in den Vorfuß sowie Muskel- und Sehnenapparat. Er eignet sich daher optimal für Sprints und Mittelstrecken. Eine Kombination aus beiden Lauftechniken ist der Mittelfußlauf – ein guter Kompromiss für Überpronierer als Stil für Dauerlauf und Wettkämpfe.

Hier seht ihr mal ein Video im dem die Lauftechniken noch einmal gut beschrieben und erklärt werden