Es gibt ganz unterschiedliche Arten, Laufschuhe zu schnüren. Jede davon hat ihre Vor- und Nachteile, und in manchen Fällen kann die falsche Schnürung sogar schmerzhaft werden. Die richtige Schnürtechnik kann gegen blaue Zehen wirken, Druckstellen vorbeugen oder insgesamt den Druck vom Rist nehmen. Alternative Schnürsysteme, die teilweise sogar ohne binden auskommen, ergänzen die Möglichkeiten.

Die richtigen Schnürsenkel finden

Früher war es einfach: Schnürsenkel waren flach und breit, eher dünn, und hielten. Einmal verknotet, hielten sie sogar oft besser, als einem lieb war. Heute gibt es dicke und dünne, flache und runde Schnürsenkel, mehrlagige, es gibt sie aus unterschiedlichen Materialien und in allen Längen. Je dicker und runder der Schnürsenkel ist, desto leichter lassen sich Knoten wieder lösen.

Allerdings lösen sie sich unter Umständen beim Laufen auch von alleine. Dünne Schnürsenkel rutschen leichter durch die Schnürlöcher, dementsprechend lassen sich die Schuhe schneller fixieren. Den einen, einzig wahren Schnürsenkel gibt es nicht: Es kommt auf die persönlichen Präferenzen an.

Wer gerne schnell fertig ist und mit Doppelknoten zurecht kommt, ist mit dicken, runden Schnürsenkeln gut beraten, die außen vielleicht sogar mit einem anderen Material beschichtet sind. Alternative Schnürsysteme bestehen aus dünnen Nylonschnüren, die mit einem Rädchen festgezogen werden, oder aus von oben nach unten geschnürten Schuhen, die per T-Bar unten verschlossen werden. Sogenannte Lock Lachs sind Gummischnüre, die mit Kordelstoppern befestigt werden.

Laufschuhschnürung gegen Druckstellen

Oft bilden sich auf dem Rist Druckstellen, weil die dicken Schnürsenkel nach einigen Kilometern die langsam anschwellenden Füße zu eng einschnüren. Entweder wird der Schuh dann neu gebunden, oder es entstehen schmerzhafte Stellen, die oft noch nach Tagen bemerkbar sind. Besonders da, wo sich die Schnürsenkel kreuzen, kommt es häufig zu Druckstellen.

Das kann verhindert werden, indem die Schnürsenkel nicht überkreuzt werden, sondern unter dem Obermaterial zum nächsten oder übernächsten Loch geführt werden. Die Schnürbänder laufen in diesem Fall parallel von rechts nach links und kreuzen sich nur seitlich am Fuß. Dadurch wird der Druck vom Rist genommen.

Den Druck komplett vom Rist nehmen

Wenn die Schnürung gegen Druckstellen nicht ausreicht und der Rist trotzdem schmerzt, können auch einfach ein paar Schnürlöcher ausgelassen werden. Die Schnürbänder werden in diesem Fall unten im Schuh eingefädelt und einmal überkreuzt, die nächsten zwei oder vier Löcher bleiben frei.

Erst oben, in den letzten Schnürlöchern, werden die Schnürsenkel, die bis dahin seitlich unter dem Obermaterial im Schuh nach oben geführt wurden, wieder normal eingefädelt und überkreuzt. So hat der Fuß im Laufschuh Halt, ohne dass Druck auf den Rist ausgeübt wird.

Blaue Zehen kommen nicht immer von zu kleinen Schuhen

Wenn die Zehen beim Laufen nach einigen Kilometern schmerzen und sich vielleicht sogar verfärben, kann das an zu kurz gekauften Schuhen liegen. Es kann aber auch ganz einfach daran liegen, dass die Füße beim Laufen durch die verstärkte Durchblutung und die Schwerkraft sowie eine entsprechende Hitzeentwicklung und die Arbeit der Muskulatur anschwellen. Das ist ganz natürlich.

Blaue Zehennägel lassen sich mit einer ganz speziellen Schnürtechnik vermeiden: Der Schnürsenkel wird durch das Loch gezogen, das dem kleinsten Zeh am nächsten ist. Von dort aus wird der Schnürsenkel direkt zum gegenüberliegenden, parallelen Loch gezogen. Von dort aus geht es weiter zum zweiten Loch auf der ersten Seite, dann wieder parallel zum zweiten Loch auf der anderen Seite zurück und immer so weiter. Zum Schluß wird das untere Ende des Schnürsenkels zum letzten Loch auf der gegenüberliegenden Seite gezogen, und die Schnürbänder werden gebunden.